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Warum suchen akademische Ärztinnen und Ärzte bei psychischen Problemen nicht die nötige professionelle Hilfe auf?

Selbstmordgedanken, Burnout und andere Anzeichen von psychischer Belastung sind unter Ärzten weit verbreitet. Es gibt keine Studien darüber, wie Ärzte in Universitätskliniken, die in einem besonders herausfordernden und wettbewerbsintensiven Arbeitsumfeld arbeiten, Hilfe suchen. Wir vergleichen psychisch belastete Ärzte an Universitätskliniken, die keine Hilfe in Anspruch genommen haben, mit denen, die eine solche Hilfe in Anspruch genommen haben. So wollen wir herausfinden, welche Faktoren die Hilfesuche behindern und welche Faktoren die Hilfesuche auslösen können.

Von Fridner, A.; Belkic, K.; Marini, M.; Sendén, M.G.; Schenck-Gustafsson, K. auf July 05, 2024

METHODEN: Die Analyse wurde unter den Ärzten der Universitätskliniken durchgeführt, die in letzter Zeit über Suizidgedanken berichteten und/oder andere Anzeichen einer aktuellen psychischen Erkrankung aufwiesen. Diese belasteten Ärzte waren eine Untergruppe (42,7 %) aus der Querschnittsstudie HOUPE (Health and Organization among University Hospital Physicians in Europe): 366 aus Schweden und 150 aus Italien. Die Ergebnisvariable war, ob sie wegen Depression oder Burnout professionelle Hilfe in Anspruch genommen hatten. Es wurde eine multiple logistische Regression mit soziodemografischen Faktoren als Kovariaten durchgeführt. ERGEBNISSE: Insgesamt 404 (78,3 %) der betroffenen Ärztinnen und Ärzte hatten noch nie professionelle Hilfe wegen Depression/Burnout in Anspruch genommen. Ärzte, die derzeit in der medizinischen Forschung tätig sind, Nachtdienst haben, Fachärzte für Chirurgie sind, männlich oder Italiener sind, haben am seltensten Hilfe gesucht. Ärztinnen und Ärzte, die bei der Arbeit schikaniert wurden oder sich selbst diagnostizierten und behandelten, suchten mit größerer Wahrscheinlichkeit Hilfe. SCHLUSSFOLGERUNG: Nur sehr wenige dieser Ärzte an Universitätskliniken, die Anzeichen für psychische Probleme aufwiesen, suchten Hilfe bei einer psychosozialen Fachkraft. Dies hat Auswirkungen auf die Ärzte selbst und auf die Patientenversorgung, die klinische Forschung und die Ausbildung zukünftiger Ärzte. Weitere Studien, vorzugsweise mit interventionellem Design, sollten die Hilfesuche dieser bedürftigen Ärztinnen und Ärzte untersuchen. Lies mehr HIER.