Methoden
Die Identitätsbildung wurde anhand der Geschichten von Tierärztinnen und Tierärzten in den sozialen Medien narrativ erforscht.
Ergebnisse
Ein schlechtes berufliches Wohlbefinden scheint auf eine Identitätsverwirrung zurückzuführen zu sein: Es gelingt nicht, sich konsequent entweder dem dominanten diagnoseorientierten Diskurs, der von akademischen Rollenmodellen geschätzt wird, oder einem beziehungsorientierten Diskurs zu verschreiben, der die Arbeit mit kontextuellen Herausforderungen wie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden in den Vordergrund stellt. Stress am Arbeitsplatz schien die Dominanz der akademischen Prioritäten im Selbstverständnis zu verstärken und die Identitätsverwirrung zu verschlimmern. Bedenklich war auch die Positionierung des Kunden als “Feind”, die den Identitätszielen der Tierärzte im Wege stand. Der soziale Dialog, der bei Konflikten zwischen Tierarzt und Klient Unterstützung bieten sollte, verstärkte möglicherweise die Ablehnung des Klienten aus der tierärztlichen Berufsidentität und stärkte eine kontextunangemessene, nicht beziehungsorientierte Identität. Dies verstärkte die Identitätsverwirrung zwischen der geschätzten “diagnostischen Identität” und der lokal geschätzten Beziehungsidentität und wirkte sich negativ auf das Wohlbefinden aus.
Schlussfolgerungen
In der tierärztlichen Ausbildung und der beruflichen Weiterbildung sind Maßnahmen erforderlich, die zum Nachdenken über Identität anregen und den Wert relationaler Identitätsmerkmale stärken. Lies mehr HIER.