Ethische Konflikte und daraus resultierende moralische Probleme sind in der heutigen Tierarztpraxis keine Seltenheit und wirken sich negativ auf den Praxisalltag aus, werden aber von Tierärzten oft nicht als solche erkannt oder bezeichnet.
Methoden
Sequentielles Erklärungsdesign mit gemischten Methoden; vertrauliche und anonyme Online-Stichprobe von 889 Tierärzten in Nordamerika.
Ergebnisse
Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie sich im Konflikt darüber befinden, welche Pflege angemessen ist. Über 70 % der Befragten gaben an, dass die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert waren und die sie daran hinderten, angemessene Pflege zu leisten, ihnen oder ihrem Personal mäßigen bis schweren Kummer bereiteten. Neunundsiebzig Prozent der Teilnehmer/innen berichteten, dass sie gebeten wurden, Pflege zu leisten, die sie für sinnlos hielten. Mehr als 70 % der Teilnehmer/innen gaben an, nicht in Konfliktlösung oder Selbstfürsorge geschult zu sein.
Schlussfolgerungen und klinische Bedeutung
Tierärztinnen und Tierärzte berichten von weit verbreiteten ethischen Konflikten und moralischen Problemen in vielen Praxistypen und demografischen Gruppen. Die meisten Tierärztinnen und Tierärzte sind wenig bis gar nicht darin geschult, wie sie die Auswirkungen dieser Probleme verringern können. Ethische Konflikte und die daraus resultierende moralische Belastung können eine wichtige Quelle für Stress und schlechtes Wohlbefinden sein, die nicht allgemein anerkannt oder gut definiert ist. Gut erforschte und wirksame Instrumente zur Verringerung der moralischen Belastung in der menschlichen Gesundheitsfürsorge könnten auch zur Lösung dieses Problems eingesetzt werden. Lies mehr HIER.